Braunhirse, eine gesunde Nahrungsergänzung?

Nahrungsergänzungsmittel werden, zu recht, häufig kritisch beurteilt.

Zu verlockend sind die Verdienstmöglichkeiten mit der Leichtgläubigkeit der Verbraucher. Besonders wenn kompetente Personen, wie Apotheker und Reformhausinhaber, die Produkte anbieten ist der Verkaufserfolg schon programmiert.
Auch die Edelmenschen aus den Naturkostläden können häufig der Verlockung des schnellen Geldes nicht widerstehen. Hier ist es eventuell noch verzeihlich, da eine fundierte warenkundliche Ausbildung durch ideologisches Fachwissen ersetzt wird.
Immer wieder werden wir, besonders von Senioren, zu Braunhirse befragt: Angeblich soll Braunhirse bei Arthritis oder Arthrose helfen. Die Glaubwürdigkeit dieser These wird auch noch dadurch unterstützt, dass Naturkostläden, Reformhäuser und Apotheken Braunhirse verkaufen.
Wir halten den Verzehr von Braunhirse, gerade für ältere Menschen, nicht für sinnvoll:
Helfen tut Braunhirse nicht und Verdauungsprobleme sind vorprogrammiert!
Hier eine Stellungnahme der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel, Detmold: EU_12_04_496_499
Da im Unterschied zu den gelben Hirsen die braunpigmentierten Arten nach Literaturangaben hohe Anteile an tanninhaltigen polyphenolischen Verbindungen aufweisen, ist der Mitverzehr der rohen und feinzerkleinerten Spelzen und Schalen mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden.
Verarbeiter von „Braunhirse“ müssen aus hygiene- und produkthaftungs-rechtlichen Gründen die Konzentrationen der tanninhaltigen polyphenolischen Verbindungen in ihren Produkten kennen und auf dieser Basis einen Handlungsrahmen für die Qualitätssicherung erstellen. Da nach derzeitiger Einschätzung die kieselsäure-haltigen harten Bestandteile der Hirse die Magen- und Darmschleimhäute reizen, müssen magen- und darm-empfindliche Personen sowie Zöliakiekranke vor solchen Erzeugnissen gewarnt werden. 👿