Gut das ich keine Nahrungsergänzungsmittel nehme!

Prostatakrebs: Erhöhtes Risiko durch Vitamin E
Männer, die über einen längeren Zeitraum regelmäßig Vitamin E einnehmen, erhöhen damit ihr Risiko für Prostatakrebs. Lange Zeit galt die Kombination aus Vitamin E und Selen als Hoffnungsträger zur Vorbeugung vor Prostatakrebs. Die Endauswertung der groß angelegten SELECT-Studie kommt jedoch zu einem gegenteiligen Ergebnis. Amerikanische Wissenschaftler beobachteten seit dem Jahr 2001 rund 35.000 gesunde Männer ab 50 Jahren aus den USA, Kanada und Puerto Rico. Die Männer wurden in vier Gruppen aufgeteilt und erhielten täglich entweder 400 mg Vitamin E, 200 µg Selen, eine Kombination aus beiden Präparaten oder ein Placebo. Nach fünfeinhalb Jahren wurde die Therapie abgebrochen. Bei einer Zwischenuntersuchung hatte sich herausgestellt, dass das Auftreten von Prostatakrebs bei keiner der Supplementgruppen zurückging. Vielmehr stieg das Risiko bei alleiniger Vitamin-E-Gabe sogar leicht an. Nach Abbruch der Maßnahme wurden die Teilnehmer noch weitere drei Jahre beobachtet. Die Tendenzen verstärkten sich sogar noch. Die Männer, die täglich 400 mg Vitamin E erhielten, erkrankten 17 Prozent häufiger an Prostatakrebs als die Placebogruppe. Auch bei der Selengruppe und der Gruppe mit dem Kombinationsmittel stieg die Krebsrate im Vergleich zum Placebo leicht an. Dies war allerdings statistisch nicht signifikant. Die Autoren warnen vor einer unkontrollierten Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Die in der Studie eingesetzten Dosierungen entsprechen Präparaten, die überall frei verkäuflich sind. Ihr Nutzen sei nicht bewiesen, aber immer mehr Studien wiesen auf mögliche Risiken hin.
Quelle: Klein E et al. Vitamin E and the Risk of Prostate Cancer. American Medical Association 14 (306), 1549-1556, 2011