Revier der Scharlatane

Ob per Zeitungsanzeige, Postwurfsendung oder übers Internet:

Als Wundermittel angepriesene Präparate zur angeblichen Linderung von Krankheiten boomen. Wen beim Blick auf Anzeigen für geheimnisvolle Pflanzenextrakte, wieder entdeckte alte Heilpflanzen und Spezialzubereitungen asiatischer Lebensmittel Argwohn überkommt, der kann sich an zehn Hinweisen der Verbraucherzentralen orientieren:

  • Scharlatanerie bei Nahrungsergänzungsmitteln ist umso wahrscheinlicher, je mehr der folgenden Aussagen in der Werbung erscheinen. Das Produkt oder auch die Methode:
  • Bekommt durch wiederholten Hinweis auf seine Herkunft aus exotischen Regionen (etwa Regenwald, Himalaya) besondere Attraktivität, hilft angeblich, wo die Schulmedizin versagt (hat), speziell in ausweglosen Situationen, soll besonders wirksam sein. Als Beweis werden umfangreiche Erfahrungsberichte herangezogen. Nachvollziehbare Daten aus kontrollierten klinischen Studien oder entsprechende Literaturquellen werden nicht genannt,
  • wirkt angeblich gegen eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen, die nichts miteinander zu tun haben, beispielsweise Akne, Aids, Diabetes, Krebs, Neurodermitis, Rheuma,
  • wird als “ganz natürlich” angepriesen und frei von jedweder Nebenwirkung
  • lindert angeblich die Nebenwirkungen der Verfahren, die die Schulmedizin gegen die spezielle Krankheit einsetzt,
  • soll in dieser Qualität nur zeitlich begrenzt oder nur bei “Beratern” dieser Firma erhältlich sein,
  • wird angeblich schon seit Jahren/Jahrzehnten/Jahrhunderten verwendet, ist aber offiziell nicht anerkannt,
  • ist so erfolgreich, dass unverständlich bleibt, warum keine Zulassung als Arzneimittel existiert. (Als Begründung folgt meist, dass auf Pflanzen keine Patente angemeldet werden können).